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Montag, 7. Mai 2018

Qualitätszertifikat gefordert trotz langjähriger Erfahrung? (Gastartikel)

Große Erfahrung in der Weiterbildung und plötzlich fragen die Kunden nach einer Qualitätszertifizierung?

Sabine Theisen-Schwede
Bild: Sabine Theisen-Schwede

Was habe ich denn davon, wenn ich meine Qualität zertifizieren lasse?

In letzter Zeit habe ich mit erfahrenen KollegInnen im Alter von 40+ gesprochen, die mit Stolz auf treue Kundschaft und langjährige Erfolge verweisen. Neuerdings sorgen sie sich aber, denn ihre langjährigen Ansprechpartner in Unternehmen sind in den Ruhestand gegangen und die Nachfolger fordern plötzlich Qualitätsnachweise.

Qualitätssiegel - teuer und aufwendig?

Es schreckt ein wenig die Arbeit aber am meisten schreckt man vor den jährlichen Kosten zurück.
Lasst mich diese Sorgen bitte gleich ausräumen:
Sowas ist doch teuer und muss jedes Jahr wiederholt werden! - Nein
Wenn unsere Auftraggeber nach der ISO oder AZAV/AZWV zertifiziert sind, bedeutet dies nicht, dass wir das auch müssen.

Das DVWO-Qualitätssiegel als Alternative

Das DVWO Qualitäts-Siegel ist eine preiswerte und hervorragende Alternative.
Der DVWO ist der Dachverband der Weiterbildungsorganisationen, dem der T.O.C. e. V. angeschlossen ist. Zusammen mit anderen Verbänden haben die Delegierten des T.O.C. e.V. diese Zertifizierung entwickelt (!) Natürlich wurde auf unsere Praxis wertgelegt und auf Bezahlbarkeit. Den Verantwortlichen liegen selbstständige Trainer und kleine Weiterbildungsorganisationen besonders am Herzen.

Staatlich anerkannt und längere Prüfungszeiträume

Die Vorteile des DVWO-Qualitäts-Siegels, es ist staatlich anerkannt, z. B. bei dem Einsatz von Bildungsprämien (http://www.bildungspraemie.info/de/qualitaetsanforderungen-31.php) und ein unparteiischer Gutachter prüft alle 3 Jahre das Qualitätsmanagement.

Gutachter vom Fach

Die Gutachter des DVWO sind selbst Trainer, Berater, Coaches und kennen die Branche aus eigener langjähriger Erfahrung, die eine Zusatzqualifikation zum Gutacher erworben haben.

Drei Zertifikate, drei Tarife

Angeboten werden 3 Zertifikate zu unterschiedlichen Kosten. Die Mitglieder der Mitgliedsverbände erhalten zusätzlich vergünstigte Preise , damit sind die Kosten auch für Einzelunternehmer zu stemmen.
So kostet die am meisten gewählte SystemZertifizierung (K1) bei der Erstbegutachtung derzeit 2.490 € und die Rezertifizierung (3 Jahre später) € 1.840 € (also monatlich 60 € wegsparen) – je netto.
Siehe: www.qualitaetsmanagement-im-bildungswesen.de

Audit im jährlichen Turnus

Jährlich führt man ein internes Audit durch, dass durch einen Fragebogen geführt wird. Auf dessen Basis wird ein kurzer Auditbericht erstellt. Hierfür kann man sich einen Berater gönnen, der als Profi noch Tipps geben kann und schneller durch den Fragebogen führt. Es geht aber auch mit „Laien“ wie Mitarbeiter, Trainerkollege, Lebenspartner.

"Viel zu viel Arbeit!"

ist lediglich ein Schreckgespenst. Die Realität zeigt, wie hilfreich dieses Qualitätsmanagement sein kann: Hier ein paar Fragen:
  • Du akquirierst selbst Kunden?
  • Wie berätst Du Deine Kunden über die Leistung die sie benötigen?
  • Erstellst Du eigene Coaching-, Beratungs-, Seminarkonzepte?
  • Wie passt Du diese auf neue Bedarfe an? Wie korrigierst Du sie bei Fehlern?
  • Kaufst Du fertige Unterlagen?
  • Wie bildest Du Dich weiter?
  • Beauftragst Du KollegInnen, die in Deinem Namen die Leistungen beim Kunden durchführen?
  • Wenn ja – nach welchen Kriterien suchst Du diese aus?
  • Vielleicht hast Du auch schon mal erklären müssen, wieso eine Leistung mal nicht ganz so perfekt gewesen ist?
  • Wie stellst Du sicher, dass dies nicht wieder passiert?
  • Hast Du einen Beurteilungsbogen und wie verarbeitest Du die erhaltenen Informationen?
  • Erklärst Du jährlich Deine Steuern und bewertest dabei das vergangene Jahr für Dich?
  • Wie ist es gelaufen?
  • Was planst Du für die Zukunft?
Die Qualitätsprüfung spielt unsere Alltagsroutine durch. Beim Lesen dieser Fragen sehen wir häufig schon die Abläufe im Kopf - vieles ist Tagesgeschäft.
Qualitätsmanagement bedeutet jetzt, diese Abläufe so zu noieren, dass auch Fremde sie nachvollziehen können. Schon sind die Grundlagen zur Zertifizierung fertig.

Eine Musterdokumentation hilft

Eine umfangreiche Musterdokumentation hilft bei der Durchführung, wenn nötig lassen sie sich auf die eigenen Abläufe anpassen.
Selten braucht es alle Unterlagen für das eigene Aufgabengebiet, doch sie lassen sich auch als Anregung nutzen.

Zugegeben, das ist noch nicht alles

Es ist nicht ganz so einfach. Das Siegel fordert noch etwas Mehr. Doch das DVWO-Qualitäts-Siegel verbessert die eigenen Dokumentationen und Abläufe. Hier waren Praktiker am Werk.

Mehrwert generieren

Die angenehmen Nebeneffekte einer Qualitätszertifizierung sind:
  • Bewusstwerden der umfangreichen Aufgaben und Stolz auf die eigene Leistung
  • Schärfung der Aufgaben mit Blick auf Nutzen und Wirkung
  • Transparenz der Qualität bei den Seminarangeboten
  • Vereinfachung der Einarbeitung von Arbeitskräften oder/und Nachfolgern da die Aufgaben schriftlich erläutert sind
  • Höherer Verkaufswert des Unternehmens, da die Prozesse für den Nachfolger geregelt sind

Vorbereitungsangebote

Der DVWO bietet Weiterbildungen an, die schnell in die Anforderungen eines QM-Systems einführen. Der Beuth-Verlag bietet Fachliteratur zum DVWO-Qualitäts-Siegel an.
Kostenlose und detaillierte Informationen stellt die Qualitätskoordinatorin des T.O.C. zur Verfügung: qualitaet@trainerverband.de, Telefon: 02103 3347 87.

Quellen im Internet:

Natürlich auf unserer Verbandsseite: http://trainerverband.de/html/qualitaet.html  www.dvwo-qualitaetssiegel.de  der Nutzen wird hier umfangreich dargestellt für Dienstleister, Kunden, Teilnehmende Übersicht zur Fachliteratur Weiterbildungsangebote
und vieles mehr

Autorin: Sabine Theisen-Schwede, Qualitätskoordinatorin des T.O.C. e. V., Gutachterin für das DVWO-Qualitäts-Siegel und selbst zertifiziert mit System und Produkt (K3)

Dieser Artikel ist zuerst in den "Ansichten" des T.O.C. e.V. im Oktober 2017 erschienen.

Montag, 30. April 2018

Internetplattform „Seminarmarkt“ informiert (Meldung)

Aus den drei Datenbanken der Bonner managerSeminare Verlags GmbH „Weiterbildungsprofis“, „Miceguide“ und „Seminarmarkt“ soll ein umfassender Weiterbildungsmarktplatz unter dem Dach des „Seminarmarktes“ entstehen. Das beschloss das Unternehmen in 2017. 

3 in eins

Seit dem können Weiterbildungsinteressierte dort nicht nur Seminare suchen, sondern auch Seminaranbieter, einzelne Experten wie Trainer, Coachs, Redner, Moderatoren etc. sowie Tagungsorte finden. 

Einigartige Aufnahmeaktion

Die Präsentation des neuen Weiterbildungsmarktplatzes geht einher mit einer einzigartigen Aufnahmeaktion: Alle Weiterbildungsexperten im deutschsprachigen Raum können sich kostenlos mit einem Grundeintrag in der Expertendatenbank listen lassen. „Wir wollen den professionell arbeitenden Weiterbildnern eine Heimat bieten“, erklärt Gerhard May, Geschäftsführer der managerSeminare Verlags GmbH, den Hintergrund der Aktion. 

Fachfremde Datenbanken sorgten für Unruhe und Unsicherheit

Nachdem fachfremde Datenbankbetreiber für Unruhe und Unsicherheit in der Branche gesorgt hätten, will der Verlag, der mit seinen Publikationen managerSeminare und Training aktuell seit jeher für Qualität in der Weiterbildung steht, in einem ersten Schritt die Branche zusammenführen. 

Qualifikation gefragt

Der kostenlose Grundeintrag wird allen Weiterbildnern gewährt, die sich in einem Fachverband der Branche organisiert und sich damit einer Qualitätsprüfung unterzogen haben. „Verbandlich organisierte Marktteilnehmer setzen sich professionell mit ihrem Beruf auseinander, was eine Grundvoraussetzung für qualitatives Handeln bedeutet“, so May. Auch nicht-verbandlich-organisierte Weiterbildner können sich listen lassen, müssen für die Aufnahme jedoch Unterlagen vorlegen, die ihr Qualitätsmanagement belegen. 

Sukzessiver Ausbau geplant

In den kommenden Monaten soll der Weiterbildungsmarktplatz sukzessive ausgebaut werden - etwa durch Maßnahmen, die der Orientierung auf dem intransparenten Markt dienen. Ein Lexikon soll Fachbegriffe klären helfen, ein Seminarguide in Form eines Selbstchecks zur richtigen Seminarauswahl führen. 

Mindeststandards in Zusammenarbeit mit den Verbänden

In Zusammenarbeit mit den Verbänden sollen zudem Mindestqualitätsstandards vereinbart werden, die auf Seminarmarkt.de abgebildet werden.

T.O.C. e.V. ist gelistet als Partnerverband

Die Mitglieder des T.O.C. e.V. sind nach Rücksprache mit dem Plattformbetreiber zu einem kostenlosen Eintrag berechtigt. Die übliche Qualitätsprüfung von Einträgen entfällt, die Mitgliedschaft im T.O.C. e.V. gilt für „Seminarmarkt.de“ als Qualitätsnachweis Ihrer Mitglieder. 

Autor: Claudia Grötzebach

Dieser Artikel wurde erstmals in den "Ansichten" des T.O.C. e.V. im Septembe 2017 veröffentlicht.

Mittwoch, 4. April 2018

"Greta lädt Sie zum Gratisworkshop ein!"

Aussagekräftige Standards in der Weiterbildung, daran wird schon seit langem von verschiedenen Institutionen gearbeitet: Verbänden, Verbandskooperationen, Unternehmen, Universitäten. Eine davon ist Greta. Das Forschungs- und Entwicklungsprojekt will ein trägerübergreifendes Anerkennungsverfahren entwickeln, um die Kompetenzen Lehrender, also unsere Kompetenzen, abzubilden.

Die übliche "Luftnummer"?

Bislang ist aus solchen Anerkennungssystemen nie wirklich relevantes entstanden. Das zeigt die Vielzahl der diversen Versuche, Qualität zu suggerieren: Neben dem "IHK-geprüften Trainer" steht der "verbandsgeprüfte Trainer/Coach..." Da werden Zertifikate statt Teilnahmebescheinigungen ausgegeben oder Qualitätssiegel verliehen. Wenn es nach Titeln und Bezeichungen geht, muss sich die Qualität der Lehre bzw. Ausbildung in den letzten Jahren sprunghaft verbessert haben. Doch in der Praxis ist das durchaus nicht zu beobachten. Die Lehre wurde nicht im gleichen Maße besser wie es die Bescheinigungen versprechen.

Das bisherige Scheitern bundesweiter Standards war nicht unbedingt von Nachteil

Es war also nicht von Nachteil, das sich bisher keine einheitlichen Qualitätssysteme durchsetzen konnten. Zum einen waren die Versuche oft unzulänglich. Wie z.B. bildet man "echtes Können" bei Soft Skills ab? Eigentlich lassen sich hier, im Gegensatz zum Fachwissen, nur formelles Verhalten und Wissen prüfen. Echtes Können, nämlich das Verhalten z.B. geführter Mitarbeiter zu verändern ist schwer nachzuweisen. Insofern war das Fehlen einheitlicher Standards von Vorteil, weil es Fehlentscheidungen und kontraproduktive Systeme verhinderte.

Dies Mal könnte es anders sein!

Doch Greta nimmt als Projekt des Bundes eine Sonderstellung ein. Es hat direkten Kontakt zur politischen Ebene und damit das echte Potential, unsere Zukunft zu beeinflussen. Daher dürfte sich ein Blick auf den aktuellen Stand der Dinge lohnen. Fehlentwicklungen könnten sich jetzt direkt auf das Leben von TOCs auswirken.

Informieren Sie sich und gestalten Sie mit

Nutzen Sie die Chance, sich in den angebotenen Gratisworkshops zu informieren:
  • Dresden: 08. Mai 2018
  • Hannover: 15. Mai 2018
  • Berlin: 16. Mai 2018
  • Main: 04. Juni 2018
  • Soest: 22. Juni 2018
  • Hamburg: 26. Juni 2018
Weitere Informationen und die Anmeldung finden Sie hier.
Autor: Claudia Grötzebach

Sonntag, 18. März 2018

Aus der Mitgliederversammlung des DVWO e.V. - Bericht

"Gipfeltreffen II"
Joerg-Friedrich Gampper begrüßt Edit Frater
Bild: C.G.
Drei Themen dominierten die Mitgliederversammlung des DVWO e.V. 
Am 1. Dezember 2017, geschützt von Hundertschaften der Polizei, fand die Mitgliederversammlung des Dachverbandes der Weiterbildungsorganisationen in Hannover statt. Begrüßt wurde ein Neumitglied, die „Trainerversorgung e.V.“, vertreten durch Edit Frater.

Drei Themen weisen in die Zukunft
13 Delegierte vertraten die Mitgliedsverbände vor Ort und entschieden vor allem über drei zukunftsrelevante Themen:
Künftig wird der DVWO e.V. unter anderem in Zusammenarbeit mit dem DIDACTA-Verband stärker öffentlichkeitswirksam tätig werden, um die Interessen der Weiterbildenden besser zu vertreten. Dabei werden die Mitgliedsverbände stärker eingebunden und gefordert.
Der DVWO e.V. wird die Möglichkeiten und Risiken einer Akademisierung der Weiterbildungsausbildungen prüfen und die Entwicklung beobachten.
Drittes Hauptthema war die Qualitätssicherung in der Weiterbildung: Qualitätssiegel und „Greta“-Projekt. Das Qualitätssiegel bzw. das Verfahren zu seiner Erteilung wird überarbeitet und verschlankt, um die Kosten zu reduzieren und die Marktfähigkeit zu erhöhen. Neue Funktionsträger sollen qualifiziert werden.
Das „Greta“-Projekt, ein niederschwelliges Projekt zur Kompetenzbilanzierung von Bildungsanbietern, wird weiter begleitet. Gerade auf Stufe zwei, der Gutachterebene, deuten sich Fehlentwicklungen an.
Sinnvoll erscheint die Ergänzung durch eine neue Form der Qualitätssicherung: eine Art „Gut gelernt“-Punkte, mit denen die kontinuierliche Weiterbildung von Trainern, Beratern und Coaches marktrelevant bilanziert werden kann.

Personal- und Geschäftswechsel
Zum 31. Dezember haben zwei Vizepräsidenten ihre Ämter niedergelegt und ihre Geschäftstellen an Annette Eich übergeben, die Leitung der Geschäftsstelle übernimmt. Die Geschäftsstelle zieht mit 1.1.2018 um:
Geschäftsstelle des DVWO e.V.
c/o Annette Eich
Bavariastr. 14 D
80336 München
T. 089/72633 604

Autor: Claudia Grötzebach